Künstler von A – Z

Beitragsseiten

 Hamberger Lenz · Holzschnitt


Geigelsteinstraße 4
83209 Prien am Chiemsee


Vita

1940 geboren in Prien a. Chiemsee beschäftigt sich seit frühester Jugend mit Kunst, insbesondere dem Holzschnitt, Lehre in einer Druckerei
1967 bis heute Jurymitglied der Sommerausstellungen "Kunst im Chiemgau" in Prien a. Ch.
1975 bis 1994 Mitbegründer und Mitglied der "Priener Künstlergruppe" und der "Priener Weihnachtsausstellung"
1974 bis 1994 Mitbegründer und Mitglied der "Priener Kalendergemeinschaft"
1993 Gründung der "kalinaxospresse"
1994 Planung und Realisierung der Ausstellung "Künstler zeigen Künstler" im Auftrag des Landkreises Rosenheim in der Galerie im Alten Rathaus Prien
seit 1995 Herausgeber eines eigenen Holzschnitt-Kalenders


Ausstellungen

Einzelausstellungen
1965 Prien a. Ch.
1966 Rosenheim
1970 Prien a. Ch.
1975 Prien a. Ch.
2002 Rosenheim Kleine Werkraumgalerie "Nackerte u. a. Holzschnitte"
2005 Prien a. Ch. Volkshochschule "Schriftbilder"

Ausstellungsbeteiligungen
seit 1959 jährliche Sommerausstellungen "Kunst im Chiemgau" in Prien
1979 mit "Xylon"-Deutsche Sektion in Darmstad"
1990 Schwetzingen Xylonmuseum "Deutsche Hochdruckgrafik"
1993 "Künstler vom Chiemsee" in Oberursel
2000 "Was macht das Kind in der Kunst", Städt. Galerie Rosenheim
2002 "Kunst vereint", Ausstellung des Landkreises Rosenheim in Schloss Hartmannsberg
2003 EURO-ART Graz/A
2006 EURO-ART Barbizon und Paris/F
2006 Rosenheim Kleine Werkraumgalerie "Prien, Prien nur du allein"
2008 Prien a. Ch. "Kalendergemeinschaft Prien"
seit 1965 Rosenheim, Wasserburg, Herrenchiemsee, München, Darmstadt, Mainz, Schwetzingen, Oberursel, Köln, Graulet/F, Valdagno/I
seit 1965 Beteiligungen im Rahmen der Intern. Holzschneidervereinigung "Xylon" in der Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich, Polen

Veröffentlichungen
Reisebericht mit Holzschnitten in verschiedenen Zeitungen über Prag, Venedig, Athos, Samothrake, Thassos, Kosovo, u. a.
Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland

Notiz anlässlich einer Ausstellung von Lenz Hamberger

Eine Landschaft ist eine Landschaft. Ein Bild ist ein Bild. Wir denken an Magrittes Bild einer Pfeife mit dem dazu geschriebenen Satz: Ceci n'est pas une pipe. Ganzen Menschheitsepochen war dass selbstverständlich, Magrittes faustdicke Aufklärung wäre für sie überflüssig gewesen. Zeitgenossen einer solchen Epoche sind wir offenbar nicht, von einzelnen Individuen abgesehen, die einen verschollenen Sinn bewahrt oder wieder erworben haben. Nur so ist zu verstehen, daß Magrittes Bild zu einer  Inkunabel der Modernen Kunst wurde: als eine Dokumentation der verlorenen Unschuld des Auges, der vergessenen Gleichnismacht der Bilder, der Erinnerung an die Wahrheiten der Träume.
1990: Das Jahrhundert neigt sich gegen sein Ende – besser: es stürzt seinem Ende zu: eine Kaskade absurder, bösartiger, banaler, auch erleuchteter und hybrider Erscheinungen; amüsant in einer Nische der Apokalypse die unsterbliche Gartenlaube.
Als ich mich, aus eigenem Antrieb, daranmachte, ein Wort zu Lenz Hamberger zunotieren, anläßlich seines 50. Geburtstags und einer Ausstellung seiner Druckgraphik; und als er mir diese aus den letzten zwei, drei Jahren gezeigt (Respekt, hatte ich gesagt, in Staunen und Bewunderung und - beiseite gesprochen – ein wenig Neid), da also kam mir in den Sinn, was ich oben schrieb. Kein Wunder angesichts dieser dionysischen Liebschaft des Holzes mit der Hand und ihrer Kinder. Andeutungsweise zur Person: Lenz Hamberger ist der Sohn eines Schreiners, das HoIz war sein Bruder von Anbeginn, zeitlebens hat er es geschnitten. Aber der lösende Sprung, heraus aus der Priener ldylle, dürfte ihm erst in jünger er Zeit geglückt sein. Erfahrungen aus der Offizin eines alten Buchdruckers und aus der Liebe zur Kunst seiner Zeit (H. war) wie er sagt, Stammgast bei Günther Franke in München, er nennt Woty Werner, Beckmann, Nay, Winter: noble Lehrmeister) und aus vielen heiter-bukolischen Kunstreisen um das Mittelmeer (mit Konrad Huber und dem unvergessenen Siegfried Moroder) befreien sich jetzt in Signaturen aus Figur und Landschaft. Das Messer schreibt ohne Vorzeichnung das Erinnerte, das Imaginierte ins Holz, als geschehe das mit geschlossenen Augen. Da wird nichts verschlüsselt oder versteckt (meist sind die Verstecke der Verschlüsseler leer), was er sagt, sagt er mit zwei Worten. Die Form ruft die Farbe und die Farbe ruft die Form. Selten wird das Holz vorlaut, dann widerspricht es der Hand zum Nachteil des Bildes. Wohl dem, unter dessen Hand sich das Medium so vollständig öffnet, daß es mit einer kleinen scheinbar beiläufigen- Wendung die Gebärde eines Vorgestellten ohne Rest ausspricht. Der Glockengießer befreit aus Erde, Feuer und Metall den Glockenton. Der Blick in die Welt ist ein Blick in den Spiegel, in den eigenen, und beim bildenden Künstler immer auch ein Selbstbildnis.
Die versuchte Beschreibung ist zur Laudatio geworden. Sei's drum: Hamberger hat sie verdient. Auch ist die geschriebene anders als die gesprochene "in Anwesenheit des Künstlers", der sich sein Lob anhören muss inmitten von Zuhörenden, die schweigend dies und jenes denken mögen.

Wilhelm Neufeld


Kunst