Veröffentlicht am 27. Juli 2023

Das KronastHaus im Herzen Priens öffnete seine Türen für die Vernissage der Sonderausstellungen zu den Kunsttagen 2023.

Zur im Hause ständig gezeigten Sammlung Abé zu Hugo Kauffmann und weiteren Chiemsee Malern zeigen sich über den Sommer zwei Sonderausstellungen.

Sonderausstellungen im KronastHaus vom 28.7.-9.9.2023

Ludwig Gruber | KOSMISCH, neue Arbeiten 2018-2023

KronastHaus
Öffnungszeiten:
Freitag/Samstag 17.00-19.00 Uhr

Nicola Heim | „YOU BETTER…“

Café Sherzl im KronastHaus
Öffnungszeiten:
Donnerstag 17.00 -23.00 Uhr
Freitag/Samstag 17.00 -00.00 Uhr

Ludwig Gruber – Vom Glanz und Vergehen des Erschaffenen

In exquisiten und qualitätvollen Handdrucken beschäftigt sich Ludwig Gruber mit Aufgang und Untergang, dem Glanz und dem Vergehen des Erschaffenen.

1935 im niederbayerischen Mainburg geboren, zeichnen viele interessante Begegnungen und Erfahrungen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln seinen Lebensweg: Vermessungsingenieur, Straßenplaner, Gründungsvorsitzender des Sozialseminars Rosenheim, Entwicklungshelfer in Bolivien für die Konrad Adenauer Stiftung, langjähriger Leiter des Bildungswerks Rosenheim.

Als aktueller Kulturpreisträger der Stadt Rosenheim prägte er über Jahrzehnte das Kulturleben und das geistige und gesellschaftliche Klima der Stadt und ihrer Umgebung.

Gerade weil er nicht nur Künstler ist, zeigt er sich mit einem schöpferischen Werk von höchster Eigenständigkeit und mit einer meditativen Bildsprache autonom und unabhängig von Strömungen des Zeitgeistes. Er berührt mit seinen Themen die Grundbedingungen und tiefen Fragen des Lebens.

Seine Arbeiten sind geprägt von Linien, Formen und Formationen, von einem sicheren Gespür für Strukturen, Maserungen und Oberflächen und einem souveränen, fast musikalischen Umgang mit dem Klang der Pigmente und Farben. Zwischenräume, hineingeflochtene Überschneidungen, prägnante Strukturen alter Bretter und sorgfältig gearbeitete Techniken des Abmilderns im Abdruck überraschen.

Die Bedeutung des Druckvorgangs als künstlerischem Arbeitsprozess ist in vielen Werken deutlich erkennbar. Viel schwarz findet sich insbesondere in den Bildhintergründen – Ein Zitat des Künstlers:
„Der Weltenraum ist in tiefes Schwarz gehüllt, obwohl Milliarden von Sternen, Sonnen und Galaxien Licht in Fülle in den Raum schleudern. Das Licht gibt uns Rätsel auf und wird erst sichtbar, wenn es auf Materie trifft.“

Ein Teil des Ausstellungskonzepts des Künstlers beinhaltet die Werkreihe: „Tanz der Asteroiden“. In 19 Farbradierungen ziehen sie ihre Bahn, verschieden in Größe und Form. Verbunden in einem Tanz um das Licht der Sonne, ist es die Verbildlichung von wesentlichen Fragen zwischen Himmel und Erde
Immer wieder ist es das Wesen der Natur, die Kosmische Ordnung in ihrem Zauber und ihrer Rätselhaftigkeit, ihrer Größe und ihrer staunenerregenden Komplexität. In seinem Blick zu den Sternen reiht sich Ludwig Gruber ein in eine große Thematik der Kunst.

Die Laudatorin Ingrid Fricke zieht zum Vergleich Adam Elsheimers berühmtes Gemälde der „Flucht nach Ägypten“ heran, ein Bild aus dem Jahre 1609. Die Milchstraße ist darin erstmals nicht als bloßer Nebel, sondern detailliert gezeigt, der Mond mit schrundiger Oberfläche, damals nach modernsten astronomischen Erkenntnissen, dem Blick durch das Teleskop.

Auch Ludwig Gruber gelingt es, als ein technisch versierter Wissender, als ein durch die Astrophysik „Aufgeklärter“ und vor dem Hintergrund, dass uns 95% der Gesamtmasse des Universums nach wie vor völlig unbekannt sind – wie Adam Elsheimer – den Zauber zu erhalten und sogar noch zu intensivieren.
Wir können das Geheimnis nur erspüren aber nicht begreifen. Mit den Worten Albert Einsteins ausgedrückt: „Das Schönste und Tiefste, was der Mensch erleben kann, das Gefühl des Geheimnisvollen“

Nicola Heim – „You better…“

Im Café Scherzl im EG zeigt die junge Künstlerin Nicola Heim ihre Werke.

Viele ihrer Arbeiten haben einen narrativen Charakter, Worte und Teile aus Gedichten verbinden sich zu einer überkulturell geprägten Bildsprache und erschließen einen eigenen Kosmos.

Nicola Heim ist eine interdisziplinäre Künstlerin und Lyrikerin. Sie studierte Innenarchitektur Religionswissenschaften und Wirtschaft, lebte beruflich und privat international und seit 2013 mit Familie im Chiemgau. Als Meisterschülerin von Leiko Ikemura und Sati Zech werden Ihre Arbeiten international ausgestellt.

Unter dem Titel „You better…“ Von Glaubenssätzen und anderen Grenzen, spürt die Künstlerin in Malerei und Collage den vielgehörten und tiefenpsychologisch sehr wirksamen Ratschlägen aus der Kindheit nach, die potenziell ihre negative Wirkung vor allem im Erwachsenenalter entfalten.

„You better be a good housewife, you better behave, you better dress like this, you better finish school, you better don´t do what you love to do…“

Das KronastHaus mit seiner einzigartigen gastliche Atmosphäre und der Möglichkeit, die ständige Sammlung des Hauses in interessanten Kontrasten zu lebenden Künstlern der Künstlerlandschaft Chiemsee zu stellen, um die Geschichte des Hauses im Zeichen der Kunst fortzuschreiben, lädt ein zum Kunstgenuss.