Veröffentlicht am 25. August 2026

Im Rahmen der KunstZeit Prien 2026 wurde der Künstler, Grafiker und Poet Clemens Büntig aus Traunstein mit dem Rotary Club Kunstpreis 2026 für eine künstlerische Position ausgezeichnet, in der sich außergewöhnliches handwerkliches Können mit einer besonderen Haltung zur Welt verbindet.

In seiner Würdigung hob Prof. Dr. Martin Grambow, Präsident des Rotary Clubs Chiemsee, hervor, dass Büntigs Werk weit über die reine Darstellung von Natur hinausgeht. Natur ist für ihn nicht Kulisse oder Motiv, sondern Ausgangspunkt seines künstlerischen Denkens. Im Mittelpunkt steht die Verbundenheit des Menschen mit seiner Umwelt, das Werden und Vergehen, Wachstum und Wandel.

Büntig studierte in Cádiz und an der Schule für Gestaltung in Basel mit Diplom in Originaldruckgrafik. 1996 führte ihn sein Weg nach New York, wo er bei Pace Prints für Aldo Crommelynck arbeitete, Picassos letzten Drucker. Dort war er an Editionen bedeutender Künstler wie Jim Dine, Ed Ruscha, Richard Serra und Sean Scully beteiligt. Diese außergewöhnliche handwerkliche Erfahrung bildet bis heute eine wichtige Grundlage seines eigenen künstlerischen Schaffens.

Dabei sucht Büntig gerade nicht nach technischer Perfektion oder gleichförmiger Wiederholung. Abweichung, Zufall und der Eigensinn des Materials gehören bewusst zu seinem Werk. „Hand und Herz sind das Hauptwerkzeug“ – dieser Gedanke prägte auch die Entscheidung der Jury.

Seit seiner Rückkehr nach Oberbayern und der Gründung einer eigenen Druckwerkstatt in Mooseurach rückte die Pflanzenwelt zunehmend in den Mittelpunkt seiner Arbeiten. Pflanzen erscheinen dabei nicht als botanische Abbilder, sondern als Mitgeschöpfe und Sinnbilder für Leben, Bewusstsein und Veränderung. Druckgrafik verbindet Büntig mit Malerei und Zeichnung und entwickelt seine Verfahren immer wieder weiter.

Seine Arbeiten werden international gezeigt und befinden sich unter anderem in der New York Public Library und im British Museum. Zugleich gibt Clemens Büntig sein Wissen als Gastdozent und Referent weiter.

Prof. Dr. Martin Grambow fasste die besondere Qualität seines Werks in seiner Laudatio treffend zusammen: Ausgezeichnet werde keine Kunst, die lediglich über Natur spreche, sondern eine Kunst, die „aus ihr heraus arbeitet – mit ihrer Geduld, mit ihrer Vielschichtigkeit und mit ihrer Unregelmäßigkeit.“

Der Rotary Club Kunstpreis würdigt damit einen Künstler, bei dem handwerkliche Meisterschaft, künstlerische Eigenständigkeit und eine tiefe Auseinandersetzung mit Natur und Mensch auf besondere Weise zusammenfinden.