Veröffentlicht am 4. November 2026

Eine Künstlerlandschaft lebt von ihren Künstlern

Großer Zuspruch bei der Vernissage der „Künstlerlandschaft Chiemsee ’26“ in Prien

Mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern und einer beeindruckenden Vielfalt künstlerischer Positionen wurde am Freitag, 30. Oktober, die Ausstellung „Künstlerlandschaft Chiemsee ’26“ in der Galerie im Alten Rathaus eröffnet.

Priens Erster Bürgermeister Andreas Friedrich zeigte sich erfreut über das große Interesse und dankte insbesondere den Künstlerinnen und Künstlern, die mit ihren Einreichungen die Ausstellung erst möglich gemacht hätten. Sie seien es schließlich, die eine Künstlerlandschaft prägen und lebendig halten. Zugleich ermunterte er die Besucher, vor den Bildern innezuhalten und sich auf die Werke einzulassen. Kunst müsse nicht immer gefallen, entscheidend sei vielmehr, dass sie Fragen aufwerfe, Gedanken auslöse und zur Auseinandersetzung anrege.

Was eine Künstlerlandschaft eigentlich ausmache, fragte Ingrid Fricke, dritte Vorsitzende des Kulturfördervereins Prien, in ihrer Begrüßung. Nicht allein die geografische Zugehörigkeit oder eine gemeinsame künstlerische Tradition seien entscheidend, sondern die Menschen mit ihren unterschiedlichen Temperamenten, Erfahrungen und Vorstellungen von Kunst. Eine Künstlerlandschaft sei ein lebendiges Gefüge, das sich ständig verändere. Fricke hob die hohe Qualität der über 60 Einreichungen hervor und freute sich besonders über die zahlreichen jüngeren künstlerischen Positionen.

Einen besonderen Schwerpunkt widmete sie dem Künstler Willee Regensburger und seiner unverwechselbaren Bildsprache. Seine in der aufwendigen Technik der Enkaustik geschaffenen Werke besitzen ein tiefes, beinahe geheimnisvolles Leuchten, das nicht allein aus der besonderen Materialität des Bienenwachses erwächst. Stets schwinge eine spirituelle Dimension mit, die den Betrachter berühre. Regensburger beschäftige sich mit archaischen Zeichen und Symbolen, die weit über das Persönliche hinausweisen. Sie erinnerten daran, dass wir Teil einer langen Geschichte sind, die vor uns begonnen hat und über uns hinausreicht: „Seine Bilder geben uns unsere Wurzeln zurück.“

Wie eng seine Kunst mit der eigenen Lebensgeschichte verbunden ist, erläuterte Regensburger anschließend selbst. „Ich habe eine Biografie“, bemerkte er mit feinem Humor und nahm das Publikum mit zu den familiären Wurzeln und prägenden Erfahrungen seines künstlerischen Werdegangs. Vieles sei bereits in seiner Familie angelegt gewesen und habe sich im Laufe seines Lebens zu einer eigenständigen künstlerischen Ausdrucksweise entwickelt. Auch die Enkaustik stellte er vor und gab Einblicke in den aufwendigen Entstehungsprozess seiner Arbeiten.

Unter den Gästen begrüßte der Kulturförderverein seinen Ehrenvorsitzenden Dr. Friedrich von Daumiller, die frisch ausgezeichneten KunstZeit-Preisträger Theresa Springl und Clemens Büntig sowie Sylvia Roubaud, Trägerin des Ehrenpreises des Kulturfördervereins.

Die gut besuchte Vernissage bot reichlich Gelegenheit zum Austausch zwischen Kunstschaffenden und Publikum und zeigte einmal mehr, wie lebendig und vielgestaltig die Künstlerlandschaft rund um den Chiemsee ist.

Die Ausstellung „Künstlerlandschaft Chiemsee ’26“ ist noch bis zum 24. Januar 2027 in der Galerie im Alten Rathaus Prien zu sehen.